PRESSEMITTEILUNG Für Fernreisen kein Wasser unterm Kiel |Grundmann fordert Schutzschirm für die Reisewirtschaft

Während der Tourismus innerhalb Deutschlands bald wieder anlaufen kann, liegt die Flugreise-Branche weiterhin auf dem Trockenen. Die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie war jüngst bis Mitte Juni verlängert worden und bis auf weiteres ist unklar, wann wieder andere Länder bereist werden dürfen.

Um vor Ort zu erfahren wie die Stimmung ist, informierte sich der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann gemeinsam mit MIT Kreisvorstandsvorsitzenden Gerhard Hoffmann in Stade bei Nicole Lechtenböhmer (Hasta-Reisen) und Melanie Rost (Touristik Reinecke).

Rost erklärt: „Wir sind das letzte Glied in der Kette. Wir gehen davon aus, dass bis 31.12. kein Cent reinkommt!“ Die Branche sei bereits Anfang Februar betroffen gewesen und habe auch nach hinten hin keine Aussicht auf Lockerung. „Schon jetzt lassen sich die Umsatzeinbußen in der Touristik auf fast 11 Milliarden Euro beziffern“, so Rost.

Lechtenböhmer ergänzt: „Es kommen keine Neubuchungen und alle Reisen, die gebucht wurden sind storniert. Daher erhalten wir auch keine Provision bzw. müssen diese zurückzahlen. Das heißt, ich kann mich von dem Geld, was ich in den vergangenen Monaten erwirtschaftet habe, verabschieden. Ich fordere die Entlohnung für das was ich bereits geleistet habe.“ Nebenbei fielen immer noch Betriebs- und Personalkosten an, die bezahlt werden müssten, so die Inhaberin von sechs Hasta-Reisebüros.

Trotz Gewinnausfall sind die örtlichen Reisebüros weiterhin für Ihre Kunden erreichbar. Rost erklärt: „Viele rufen uns an und fragen: ‚Wo ist mein Geld? Kann ich umbuchen? Kann ich in den Herbstferien fahren? Bekomm ich mein Geld wieder‘? Wir wissen es ja auch nicht.“

Grundmann: „Reisebüros waren vor Corona gut aufgestellt. Sie haben uns die schönsten Wochen im Jahr bereitet. Jetzt trifft es sie ganz bitter. Ich fordere daher ein staatliches Hilfsprogramm und freue mich, dass auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß diese Idee unterstützt.“ Darüber hinaus plädiert MIT Vorsitzender Hoffmann für eine schnelle europäische Öffnung auch um Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien zu helfen, die vom Tourismus leben. Dies würde zumindest dem Reisebüro Reinecke weiterhelfen, das viele Kreuzfahrtreisen in Europa anbietet.

„Wir benötigen eine Anpassung an die Situation“, so Lechtenböhmer. Es gäbe bereits neue Ansätze, wie auch auf Kreuzfahrtschiffen oder in Flugzeugen mit Hygiene, Abstand und geringer Auslastung wieder Reisen stattfinden könnten. „Wir sollten uns anders orientieren. Vielleicht auch Corona-Tests zur Bedingung machen“, so Lechtenböhmer weiter.

Grundmann: „Wir müssen dringend Tracking-Apps einsetzen. Andere Länder, wie zum Beispiel Taiwan, haben damit weite Infektionswellen verhindert. Wenn Corona-Schnelltests verlässliche Ergebnisse bringen, dann müssen diese genutzt werden. Solange diese Ideen aber nicht umsetzbar sind, braucht die Branche schnellstmöglich einen Rettungsschirm.“ Grundmann sichert den Reisebüroinhaberinnen zu, die Argumente in die Diskussionen im Bundestag einzubringen.