Oliver Grundmann, CDU/CSU, Bundestagsabgeordneter, Abgeordneter, Mitglied Deutscher Bundestag, MdB, Rede, 57. Sitzung, Top 5, Thema: Klimapolitik. Rednerpult. Ordnungsnummer: 3472906 Name: Grundmann, Oliver Ereignis: Plenarsitzung, Redner Gebäude / Gebäudeteil : Reichstagsgebäude, Plenarsaal Nutzungsbedingungen: http://www.bundestag.de/bildnutz Es werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, die ein Recht zur Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte ausschließen.

Grundmann lässt Wolf erneut im Bundestag debattieren

Unterstützt durch Fraktionskollegen hat der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann am gestrigen Mittwoch eine weitere Regierungsbefragung zum Thema Wolf angestoßen. Die Abgeordneten kritisierten vor allem die Arbeit des nationalen Referenzinstituts für DNA-Nachweise bei Wolfsübergriffen in Deutschland.

Grundmann nach der Fragestunde im Deutschen Bundestag: „Die Wolfssichtungen im Wahlkreis nehmen ständig zu. Die Tiere haben teils jegliche Scheu verloren und streunen am helllichten Tag über die Höfe. Die Menschen sind verunsichert. Und das Bundesumweltministerium schaut tatenlos zu. Schlimmer noch: Betroffene Nutztierhalter berichten mir, dass ihre Anfragen für DNA-Nachweise bei Wolfsübergriffen abgelehnt werden. Das zuständige Institut für Wolfgenetik sei mit der Flut an Anfragen überfordert, scheut Aufwand und Kosten. Warum hat das Senckenberg Labor in Gelnhausen die alleinige Deutungshoheit bei Wolfsübergriffen in Deutschland? Wodurch sind Qualität und Objektivität der Analysen sichergestellt? Warum dürfen nicht andere Labore wie unsere Tierärztliche Hochschule Hannover, eine Institution mit internationalem Renommee im Bereich Vererbungsforschung, Wolfübergriffe zeitnah aufklären. Ich bin meinen Bundestagskollegen dankbar, dass wir gemeinsam diese wichtigen Fragen an das zuständige Ministerium gerichtet haben. Unsere Allianz an Wolfrebellen bekommt immer mehr Zuspruch – das wird in Berlin aufmerksam beobachtet!“

Enttäuscht zeigt sich Grundmann von der Reaktion der anwesenden Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter. Dass DNA-Analysen abgelehnt würden, sei ihr nicht bekannt. Das Senckenberg-Labor mache hervorragende Arbeit. DNA-Analysen würden schnellstmöglich ausgewertet. Andere Institute seien hier gar nicht notwendig. Grundmann: „Ich halte es für skandalös, wenn unsere Bauern und Schäfer im Ungewissen bleiben. Das Umweltministerium erkennt den Ernst der Lage nicht und verteidigt ein Labor mit offenkundigen Missständen und fehlender Transparenz. Dass man dort Anfragen von privaten Tierhaltern ablehnt, habe ich schwarz auf weiß. Wenn hier nicht schnellstmögliche Aufklärung erfolgt – wie von der Staatssekretärin versprochen – sehen wir uns zu einer offiziellen parlamentarischen Anfrage gezwungen.

Auch die Frage, wann ein günstiger Erhaltungszustand der Wolfspopulation in Deutschland erreicht sei, blieb in der Regierungsbefragung unbeantwortet. „Dass eine Neubewertung der Erhaltungssituation erst im Rahmen der turnusmäßigen EU-Berichtspflicht im Jahr 2019 erfolgen soll, ist für mich absolut indiskutabel. Der Wolf muss schnellstmöglich ins Jagdrecht. Die Population wächst jährlich um 30 Prozent.

In weiten Teilen Niedersachsens ist der Erhaltungszustand definitiv schon heute erreicht. In unmittelbarer Nähe zu Höfen, Wohnbebauung und Sportanlagen sind die Wölfe für mich ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Jede nachwachsende Generation ohne Bejagung verliert die Furcht vorm Menschen. Diese Entwicklung müssen wir dringend aufhalten. Wir brauchen die Wolfsobergrenze!“, so Grundmann abschließend.