Oliver Grundmann am 27.06.17 in Berlin im Deutschen Bundestag. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Regierungsbefragung zum Wolf

Anlässlich einer von Oliver Grundmann eingeforderten Regierungsbefragung zum Thema Wolf am gestrigen Mittwoch ließ sich Bundesministerin Hendricks durch Staatsekretärin Schwarzelühr-Sutter vertreten. Grundmann hatte das Thema beim Bundestagspräsidenten angemeldet, nachdem Bundesministern Hendricks im Rahmen der Polit-Talk-Show ‚Hart aber fair‘ Behauptungen aufgestellt hatte, die von Grundmann als höchst fragwürdig eingestuft wurden. Darin erklärt Hendricks u.a.: in Deutschland seien nur diejenigen Wölfe auffällig geworden, die in früher Kindheit von Menschen aufgezogen worden seien. Und dies habe man jeweils nachweisen können.


Grundmann forderte daraufhin wissenschaftlich belastbare Studien und Nachweise, welche diese Behauptung belegen. Der Stader Abgeordnete nach der Fragestunde im Deutschen Bundestag: „Die Befragung der Bundesregierung war eine Luftnummer. Hendricks duckt sich weg. Und die Aussagen der Staatssekretärin waren mehr als unbefriedigend – trotz mehrmaliger Nachfragen, nur ausweichende Antworten. Das geht so nicht! Wer vor einem Millionenpublikum fragwürdige Aussagen in den Raum stellt, muss auch den Mumm für eine Regierungsbefragung haben.“


Unterstützung für seine Initiative erhält Grundmann vom Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer: „Als ehemaliger Bundesabgeordneter, weiß ich um die Brisanz, und lobe zugleich den Mut des Abgeordneten Grundmann, der eigenen Regierung kritische Fragen zu stellen. Das passiert im Bundestag selten. Und der Wolf hat keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen. Diese wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben. Wir müssen ihm beibringen: Halte dich fern vom Menschen und seinen Nutztieren.“


Auch die Frage, wann ein günstiger Erhaltungszustand der Wolfspopulation in Deutschland erreicht sei, blieb in der Regierungsbefragung unbeantwortet. Die Bundesregierung wollte, trotz mehrmaliger Nachfragen, keine „Wolfsobergrenze“ benennen.
Sogar Bundestagspräsident Lammert musste intervenieren und bestand darauf, dass das Umweltministerium die Antworten schriftlich nachreicht.


Oliver Grundmann: „Der Wolf muss zeitnah ins Jagdrecht. Die Population wächst jährlich um 30 Prozent. In manchen Regionen ist der Erhaltungszustand definitiv schon heute erreicht.“


Jagdpräsident Fischer: „Wir müssen den Erhaltungszustand länderübergreifend bewerten und zwar auf Populationsebene. Wölfe kennen keine nationalen Grenzen. Einzelne Tiere, die sich offensichtlich auf Nutztiere spezialisiert haben, müssen schnell und unbürokratisch entnommen werden. Sonst droht die Weidetierhaltung in Deutschland verloren zu gehen. Und damit auch ein wichtiges Naturschutz-Instrument.“
Grundmann ergänzt: „Wir müssen das Wachstum lenken und regional begrenzen. Es geht hier um den Schutz unserer hoch wertvollen Schafe, Rinder und Zuchtpferde. Auf unseren Elbdeichen beispielsweise haben Wölfe nichts verloren. Da brauchen wir eine weitreichende Schutzzone für unsere Schäfer und deren Schafherden entlang der Hauptdeichlinie. Auch diese Forderung wurde von der Bundesregierung mit der Verweis, das sei Sache der Länder, abgeschmettert. Diese Schwarzer-Peter-Spiele mache ich nicht länger mit. Ich erwarte zeitnahe Lösungen und Antworten. Andernfalls veranlasse ich in den nächsten Wochen und Monaten weitere Regierungsbefragungen. Viele Bundestagskollegen aus dem ländlichen Raum haben mir hierzu bereits ihre Unterstützung zugesagt.“