Stimmungsmache gegen Landwirte

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann und die Vorsitzenden des Landvolks Stade und Zeven, Johann Knabbe und Rudolf Heins kritisieren die aktuelle Kampagne des Bundesumweltministeriums aufs Schärfste.
Oliver Grundmann: „Die „Bauernregel-Kampagne“ von Frau Umweltministerin Hendricks ist instinktlos und total daneben. Um im Branchenjargon zu bleiben – für so einen Mist Steuergelder zu verpulvern, ist eine Sauerei. Die unsachlichen Angriffe auf unsere Bauernfamilien sind zermürbend. Damit hat sich Frau Hendricks keinen Gefallen getan. Sie verkennt vollkommen die Stimmung auf den Höfen. Nach Humor ist da niemandem zumute. Unsere Landwirte machen einen guten und verantwortungsvollen Job. Die brauchen keine Belehrungen. Vor allem nicht durch eine millionenschwere Plakatkampagne in 70 deutschen Städten.“


Stades Landvolkvorsitzender Johann Knabbe: „Mit solchen Kampagnen treibt man den Keil zwischen Stadt und Land immer tiefer. Mit den 1,6 Mio. Euro hätten wir ein Jahr lang 4.000 km Blühstreifen mit drei Meter Breite für Bienen, Käfer und Junghasen anlegen können! Unsere Umweltministerin klebt stattdessen kiloweise Papier, Leim und Druckerfarbe für drei Wochen in zubetonierte Stadtareale.“
Der Zevener Landvolkvorsitzende Rudolf Heins ergänzt: „Wenn man im gleichen Jargon wie Frau Hendricks bleiben will: Wenn Frau Hendricks kräht so`n Mist, weiß der Bauer, dass Wahlkampf ist.“


Grundmann: „Es reicht! Dass sich die Umweltministerin wiederholt in die Belange der Landwirtschaft einmischt, ist für mich indiskutabel. Dafür fehlt ihr gleich zweierlei: die Zuständigkeit und die Kompetenz. Auch beim Klimaschutzplan 2050 wurden die Landwirte als umweltpolitischer Sündenbock hingestellt. Obwohl sie nur 7 Prozent der Emissionen erzeugen, aber 100 Prozent der Menschen im Land satt machen. Als Mitglied im Umweltausschuss werde ich darauf hinwirken, dass Frau Hendricks endlich zur Räson kommt. In den kommenden Wochen wird sie sich einige Fragen gefallen lassen müssen. Die Diffamierungskampagne der Umweltministerin muss auf die Agenda der Fragestunde im Deutschen Bundestag. Auch zum Thema Wolf habe ich dringenden Gesprächsbedarf. Der jüngste Schafsriss bei Oederquart zeigt doch einmal mehr, dass der Wolf zu einer ernstzunehmenden Bedrohung geworden ist. Idealisierende Naturromantik hat hier nichts verloren. Der ländliche Raum ist für mich kein Experimentierfeld, sondern Heimat für Familien und Standort bäuerlicher Existenzen.“