Schafriss bei Oederquart – Aufklärung erforderlich

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann fordert nach den jüngsten Vorfällen in Oederquart schnellstmögliche Aufklärung und ein konsequentes Durchgreifen der Verantwortlichen. Den Schafsrissen auf einer Weide in Dösemoor bei Oederquart fielen in der Nacht zu Freitag 8 Schafe samt ungeborener Lämmer zum Opfer. 9 weitere Tiere wurden verletzt. Bis zur Auswertung der DNA-Proben fehlen gesicherte Erkenntnisse, ob Wölfe oder wildernde Hunde ursächlich waren.


Oliver Grundmann: „Dass die Auswertung der DNA-Proben von Oederquart drei Monate dauern soll, ist Unsinn. Der finanzielle Schaden für Familie Stehr liegt bei über 2.000 Euro, der emotionale weit höher. Ein dringend gebotener DNA-Schnelltest kostet nicht einmal 200 Euro und damit keine 100 Euro mehr als das konventionelle Verfahren. Damit wäre klar, ob ein Hund oder Wolf der Täter war. Es kann nicht sein, dass Familie Stehr damit im Regen stehen gelassen wird. Drei Monate in Ungewissheit zu leben ist inakzeptabel. Wir müssen wissen, ob es ein Hund war oder, wofür sehr viel spricht, ein Problemwolf. Niedersachsen sollte sich hier an Sachsen ein Beispiel nehmen. Dort gilt die Beweislastumkehr. D.h.: Wenn an der Auffindsituation alles für den Wolf als Verursacher spricht, wird entschädigt.“


Es müsse endlich eine vernünftige Balance zwischen den Verpflichtungen des Naturschutzes, der Akzeptanz in der Bevölkerung und den Interessen der Weidetierhalter gefunden werden, so Grundmann weiter. Auch dass Anträge für wolfssichere Einzäunungen beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über Monate liegenblieben, sei in Anbetracht einer akuten Bedrohungslage unverzeihlich. Grundmann: „Ich fordere die Landesregierung auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Gelder für Sicherungsmaßnahmen müssen unverzüglich fließen. Wolfsberater und NLWKN haben sich mit ihrer umständlichen, bürokratischen Abarbeitung des vermeintlich ersten Wolfsübergriffs im LK Stade keinen Gefallen getan. So geht jede Akzeptanz verloren.“
„Bei aller Wertschätzung für den Wolf: Mensch und Weidetierhalter müssen Vorrang haben. Wenn Anträge auf Schutzzäune liegenbleiben und 200 Euro für einen Schnelltest zu viel sind. Im Gegenzug aber schwedische Wolfsvergrämer für tausende von Euro eingeflogen werden, um einen Problemwolf zu erschrecken. Dieser letztlich doch abgeschossen wird. Und dann noch zur Obduktion nach Berlin verbracht wird – dann ist dieser Aufwand Irrsinn und absolut unverhältnismäßig. Der ländliche Raum ist für mich kein Experimentierfeld, sondern Heimat für Familien und Standort bäuerlicher Existenzen“, so Grundmann weiter.


Im Vorgriff auf die nächste Sitzungswoche in Berlin bereitet der Bundestagsabgeordnete entsprechende Anfragen an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor.
Grundmann: „Frau Ministerin Hendricks hat im Rahmen der Polit-Talk-Show ‚Hart aber fair‘ am Montag vergangener Woche, Zahlen und Fakten zum Thema Wolf benannt, die wir als CDU/CSU-Fraktion einer gründlichen Überprüfung unterziehen wollen. Nach Auffassung vieler Experten wächst die Wolfspopulation in Deutschland weit schneller, als vom Ministerium angeben. Hier müssen wir aufpassen, dass das nicht weiter aus dem Ruder läuft. Denkverbote darf es nicht geben, da bin ich mir mit vielen Kommunalpolitikern parteiübergreifend einig.“


Rückendeckung bekommt Oliver Grundmann von seinem Landtagskollegen Kai Seefried:
„Die Wolfssichtungen im Elbe-Weser-Raum machen uns besorgt. Wir müssen wachsam sein und diese Entwicklung genau im Auge behalten. Ich fordere ein konsequentes und ideologiefreies Wolfsmanagement, bei dem die Sicherheit der Menschen und Nutztiere immer an erster Stelle steht. Schleppende Antragsbearbeitung und Knauserei bei DNA-Schnelltestverfahren sind für mich absolut indiskutabel. Sie untergraben die Akzeptanz in der Bevölkerung.“