Energiewende-Turbo aus Stade

Nach seinem Besuch an der AGS-Teststrecke in Stade gab sich der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann optimistisch und sieht in der neu erprobten Verfahrenstechnik zur Erdkabelverlegung enorme Chancen für den Leitungsausbau in Deutschland.


„Was uns hier in Stade geglückt ist, hat bundesweite Strahlkraft. Die größten Brocken beim Leitungsausbau könnten wir mit einem Mal aus dem Weg räumen: Flächenverbrauch, Eingriffe ins Landschaftsbild und Bürgerproteste gehören der Vergangenheit an, wenn unser Erdkabelverfahren bundesweit Schule macht“, so Oliver Grundmann nach seinem Besuch der Erprobungsstrecke.


Auf einer Länge von etwas mehr als einem Kilometer zwischen Riensförde und Hagen-Steinbeck haben die Stadtwerke Stade zusammen mit ihrem Kooperationspartner, der AGS-Verfahrenstechnik GmbH, und unter Einbindung der Baufirma „Wähler Tief- und Rohrleitungsbau“ die bundesweit erste Pilotstrecke zur ulraschmalen Erdkabelverlegung im 380 kV Höchstspannungsbereich erfolgreich getestet.
Der Geschäftsführer der Stadtwerke Stade, Christoph Born, erklärt hierzu: „Mit der AGS-Verfahrenstechnik haben wir eine innovative und patentierte Verfahrenstechnik entwickelt, um Höchstspannungskabel auftriebsgestützt, ultralang und mit aktiver Kühlung ultraschmal zu verlegen. Damit können Trassenbreiten von unter zwei Metern realisiert werden, wo ansonsten bis zu 50 Meter breite Baufelder mit erheblichem Erdaushub anfallen. Eine Verlegung ist damit überall möglich: Entlang hochbelasteter Infrastruktur wie Autobahnen oder aber auch im kurvigen, unwegsamen Gelände.“


Durch die auftriebsgestützte AGS-Verlegetechnik können ultralange Einzelkabel von mindestens zwei Kilometer Länge am Stück realisiert werden, womit sich Verbindungsmuffen und Bauwerke im Trassenverlauf auf ein Minimum reduzieren lassen. Weitere Vorteile liegen in der hohen Reversibilität des Verfahrens (Wartung und Kabelaustausch), in der zugbelastungsfreien Verlegung des Kabels, der geringen Umweltinanspruchnahme sowie zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten wie dem Ausbau von E-Tankstellen, der Wärmeversorgung von Raststätten durch Abwärme sowie der Tauunterstützung für Brückenbauwerke.


Oliver Grundmann: „Die AGS-Verfahrenstechnik bietet einen konzeptionellen Lösungsansatz, mit dem die gesetzlichen und methodischen Anforderungen erfüllt werden können und der auf eine Erleichterung und Beschleunigung der Planungs- und Realisierungsprozesse bei hoher gesellschaftlicher Akzeptanz zielt. Das bedeutet eine zeitliche Beschleunigung des dringend erforderlichen Netzausbaus – bei weniger Kosten und größtmöglicher Wirtschaftlichkeit. Das AGS-Verfahren wurde nicht nur wissenschaftlich-technisch bestätigt, sondern seit einigen Wochen erfolgreich praktisch umgesetzt. Jetzt liegt es in unserer politischen Verantwortung, den Zug aufs Gleis zu setzen. Erste Gespräche habe ich hierzu bereits geführt. Jetzt müssen die zuständigen Ministerien die Ärmel hochzukrempeln und zupacken.“