Integration fördern und aktiv einfordern

Die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz Stade waren zu Besuch beim Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann in Berlin. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA und die Integration von Flüchtlingen.


„Wer zu uns kommt und in unserem Land leben möchte, der muss die hier geltenden Regeln, Gesetze und Gebräuche anerkennen. Darüber kann es keine Verhandlungen geben. Wir müssen gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um diejenigen mit einer guten Bleibeperspektive von Anfang an in Nachbarschaft und Vereinsleben zu integrieren. Zugleich fordern wir aber auch die Bereitschaft der Asylbewerberinnern und Asylbewerber ein, sich aktiv einzubringen und Teil der Gesellschaft werden zu wollen. Der Grundsatz des Förderns und Forderns ist auch Kern des von der Bundesregierung geplanten Integrationsgesetzes. Wir wollen das Erlernen der Sprache und die Teilhabe am Arbeitsmarkt als Schlüssel zur Integration stärken. Deshalb werden wir die Orientierungskurse aufstocken und Wartezeiten verkürzen. Wer Integrationsangebote ablehnt, wird mit einer Kürzung von Leistungen rechnen müssen“, so Grundmann.
Superintendent Dr. Thomas Kück dankte dem Bundestagsabgeordneten für den Empfang der Kirchenkreiskonferenz Stade in Berlin. In Bezug auf die Arbeit mit Geflüchteten ergänzte er, dass in vielen Kirchengemeinden Hauptamtliche und Ehrenamtliche ein erstaunliches Engagement entfalten würden. Diese kirchliche und diakonische Arbeit gehe von Sprachkursen über Sachspenden bis zur Alltagsbegleitung. „Kirche zeigt sich hier als ein starker Partner in der Zivilgesellschaft“, so Kück. Er ergänzte: „Es ist gut, dass der Landkreis Stade nun auch eine hauptamtliche Stelle einrichtet, die sich für diese ehrenamtliche Arbeit einsetzt. Hier arbeiten Kirche und Kommune hervorragend zusammen.“


Grundmann dankte den 31 Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakonen sowie leitenden kirchlichen Mitarbeitern für ihr großes Engagement bei der Integration der Flüchtlinge vor Ort. Gefragt zu seiner Position zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA betonte Grundmann, er sei als zuständiger Berichterstatter im Umweltausschuss ein starker Befürworter des Abkommens. Gerade für mittelständische Unternehmen würden sich durch gemeinsame Standards und den Abbau von Zöllen große Chancen für ihre Produkte ergeben. Er halte es für einen Fehler, Verhandlungen rundheraus abzulehnen und plädiere für mehr Sachlichkeit in der Diskussion.


Der evangelische Kirchenkreis Stade besteht aus 21 Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Insgesamt umfasst er rund 60.000 Menschen. Gemeinsam mit den Pastorinnen und Pastoren, den Diakoninnen und Diakonen sowie vielen anderen Mitarbeitenden gestalten und leiten zahlreiche Ehrenamtliche das kirchliche Leben in dieser Region. Neben dem Besuch im Deutschen Bundestag standen für die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz in Berlin noch eine Besichtigung der Neuen Synagoge und eine Stadtführung auf dem Programm.