Oliver Grundmann am 27.06.17 in Berlin im Deutschen Bundestag. / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Wir lassen die Hebammen nicht im Regen stehen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann zeigt sich hinsichtlich der Situation der Hebammen in der Region zuversichtlich. Verschiedene Hebammen hatten sich an Grundmann gewandt und ihm ihre Probleme mit den Haftpflichtversicherungen geschildert. Der Abgeordnete sprach deswegen in der Sache mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Viele freiberufliche Hebammen in der Region fürchten um ihre Existenz. In den letzten Jahren sind die Prämien für die Haftpflichtversicherungen dramatisch gestiegen. Während eine Hebamme 1981 lediglich 31 € für eine Haftpflichtversicherung für Geburtshilfe bezahlen musste, werden es in diesem Jahr voraussichtlich über 5.000 € sein. Diese Steigerung um 1700 % belastet die Hebammen finanziell erheblich.

Im nächsten Jahr könnte es noch schlimmer kommen: Nach Angaben des Hebammenverbandes werden ab Sommer 2015 freiberufliche Hebammen ganz ohne Haftpflichtversicherung dastehen. Da eine Haftpflichtversicherung jedoch Voraussetzung für die Tätigkeit als Hebamme ist, müssten diese ihre Tätigkeit folglich einstellen.

Ein Grund für die Explosion der Versicherungsprämien ist der Umstand, dass es zwar eine konstante Anzahl von Schadensfällen gibt, die Versicherungen aber für jeden einzelnen von ihnen immer mehr bezahlen müssen. Außerdem müssen die Versicherungen Schäden auch noch nach 30 Jahren regulieren, so dass die Kalkulation der Prämien für die Versicherungen immer schwieriger wird.

Die Entwicklung ist besorgniserregend. Gerade für den ländlichen Raum würde dies das Ende der Hausgeburten und erhebliche Einschränkungen bei der häuslichen Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Geburt bedeuten. Die jungen Mütter müssten weite Wege in Kauf nehmen und verlören eine individuelle Betreuung durch eine vertraute Person. Das darf nicht passieren.

Grundmann: „Eine privatwirtschaftliche Lösung für dieses Problem ist unwahrscheinlich. Daher steht die Politik in der Verantwortung.“ Bundesgesundheitsminister Gröhe versicherte dem Abgeordneten, dass sich sein Ministerium um das Problem kümmern werde.

Die Arbeitsgruppe „Versorgung mit Hebammenhilfe“ aus Beamten verschiedener Ministerien wird in den nächsten Wochen einen Bericht vorlegen. Darin werden die grundsätzlichen Probleme der Hebammen analysiert und Lösungswege aufgezeigt. Dieser Bericht wird die Grundlage für die politische Diskussion um die Verbesserung der Lage der Hebammen bilden.

Dem Bundesgesundheitsminister ist bewusst, dass schnelle Hilfe geboten ist. Der Minister stellte eine Übergangslösung ab Sommer 2014 in Aussicht, um die Kosten für alle betroffenen Hebammen auszugleichen. Damit sich die missliche Lage der Hebammen langfristig verbessert, will der Minister zusammen mit den Hebammenverbänden eine Lösung erarbeiten, die neue und für alle Beteiligten akzeptable Strukturen schafft.

Oliver Grundmann versprach, die Entwicklung genau zu verfolgen. Der CDU-Politiker: „Nicht zuletzt aus meiner Erfahrung als Familienvater weiß ich, wie wichtig die Rolle der Hebammen ist.“