Sommertour von Oliver Grundmann: Wahre Schätze des Wahlkreises entdeckt

02.08.2018

Bereits seit vier Jahren ist die Sommertour ein fester Termin in meinem Kalender. Sie ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich bin immer wieder begeistert von den aufgeschlossenen und engagierten Menschen. Sie gestalten maßgeblich die hohe Lebensqualität dieser Region mit.

Die parlamentsfreie Zeit nutze ich gerne, um mich mit den Menschen vor Ort zu treffen. Es ist mir wichtig zu erfahren, wo der Schuh drückt. Dann habe ich die Chance, ohne Termindruck über Sachfragen und Probleme zu sprechen. Zwischen den hektischen Sitzungswochen und in der Eile manchen Kalendereintrags fehlt dafür hin und wieder die Zeit.

Dieses Jahr war ich erstmals mit meinem neuen Landtagskollegen Marco Mohrmann unterwegs. Unter dem Motto „Bund und Land – Hand in Hand“ haben wir in den Samtgemeinden Bremervörde, Geestequelle, Sittensen, Tarmstedt und Zeven mehr als ein Dutzend Firmen und Einrichtungen besichtigt.

Ein Schwerpunkt war der Besuch mehrerer Pflegeeinrichtungen. Überall trafen wir auf hoch motivierte Fachkräfte. Sie kümmern sich um die Senioren, die Deutschland wieder mit aufgebaut haben und nun auf Hilfe angewiesen sind.  Das ist eine wichtige Aufgabe und verdient unser aller Wertschätzung. Pflegekräfte sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Dafür muss deutlich mehr getan werden. In der großen Koalition wurden diese Woche bereits wichtige Weichenstellungen vollzogen. Das Bundeskabinett hat ein Milliardenprogramm gegen den Pflegenotstand beschlossen.

Wie vielfältig unsere Unternehmen hier im Nordkreis sind, lässt sich auf den ersten Blick oft nicht erkennen. Dabei sind eine Menge wahrer Schätze darunter. Wer kennt sie schon, diese mittelständischen Betriebe in kleinen Dörfern, die fast im Verborgenen aber weltweit tätig sind. So befinden sich beispielsweise Maschinen der Firma BNG Schlüter aus Oerel sogar auf der Polarstation im ewigen Eis. Die in Hepstedt ansässige Firma bvSys liefert Bilderkennungssysteme für Schienenfahrzeuge bis nach Singapur oder New York. Der in Selsingen produzierte Gin von Holger Borchers ist eine besondere Spezialität, die sich in internationalen Bars einen Namen gemacht hat.

 

Keine Frage, in dieser Region liegt viel Potential. Der Erfolg beruht auf den Firmeninhabern und den tatkräftigen Mitarbeitern. Die Politik hat für die Rahmenbedingungen zu sorgen. Es ist wichtig, dass der Mittelstand im ländlichen Raum weiterhin gestärkt und ausgebaut wird. Denn trotz guter Wirtschaftslage und klugem Unternehmergeist ist es für viele Betriebe auf dem Land schwierig. Ein ständiges Thema ist die Bürokratie, die dringend entrümpelt werden muss. Dafür müssen wir Politiker uns stark machen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fachkräftemangel. Von personellen Engpässen berichten nahezu alle Branchen. Hier möchte ich die Unternehmer ermuntern, sich dem Wettbewerb zu stellen und beispielsweise in Kooperation mit den Schulen für die Berufe zu werben. Öffnet den jungen Menschen die Türen und führt sie frühzeitig an die Praxis heran.

Ebenfalls zu den Perlen dieser Region gehören die kulturhistorischen Schätze und die Einzigartigkeit der Pflanzen- und Tierwelt. Ein großer Dank gebührt allen Ehrenamtlichen, die viel Zeit und Arbeit in ihren Vereinen für die Allgemeinheit investieren. Im Rahmen unserer Tour haben wir das Tister Bauernmoor besucht. Die Mitglieder der Moorbahn Burgsittensen haben mit viel Eigenleistung eine wahre Moorerlebniszone geschaffen. Nur wenige Kilometer entfernt entwickeln die Pächter des Klostergutes Burgsittensen neue Konzepte, um frischen Wind in das denkmalgeschützte Gemäuer zu bringen.

Für mich war auch die diesjährige Sommertour in vielerlei Hinsicht eine echte Bereicherung. Ich danke für die guten und konstruktiven Gespräche. Die kleinen und die großen Probleme haben bei Marco Mohrmann und mir Gehör gefunden, und wir haben viele Anregungen bekommen. Gemeinsam mit den Kommunalpolitikern wollen wir Lösungen vor Ort, in Land und Bund erzielen. Daran werden mein Landtagskollege und ich mit voller Tatkraft arbeiten.

 

 

Als Gastkolumne von Oliver Grundmann | Erschienen im Sonntagsjournal der Zevener Zeitung am 5. August 2018.